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Wasserturm Breslau Drucken E-Mail
Wednesday, 26. September 2007

Der Wasserturm Breslau ist ein ehemaliger Wasser- sowie ein Aussichtsturm im Stadtteil Borek des Bezirks Krzyki in Breslau; der Turm steht auf einem Grünstreifen der Wiśniowa-Allee, hat jedoch die offizielle Adresse ul. Sudecka 125a.

Er hat eine Höhe von 62 Metern, auf 42 Metern befindet sich eine Aussichtsgalerie, von der man die Stadt überblicken kann. Bei klarer Sicht sieht man den Zobten, polnisch Ślęża, ca. 30 km südwestlich und bei besten Sichtbedingungen in der gleichen Richtung auch das Riesengebirge, Karkonosze, mit der Schneekoppe, Śnieżka, in fast 100 km Entfernung.

Der Wasserturm (Wieża Ciśnień) an der Sudeckastraße in Wrocław wurde von einem um die Jahrhundertwende bekannten Breslauer Architekten, Karl Klimm, dem Autor u.a. der imponierenden Baugewerk- und Höheren Maschinenbauschule (heute Fakultät für Architektur der Breslauer Technischen Hochschule) und der Zwierzyniecki-Brücke (früher Passbrücke), entworfen. Der in den Jahren 1904 bis 1905 erbaute Wasserturm, der sich an der Kreuzung der Kirschenallee und Sudeckastraße (früher Hohenzollernstraße) befindet, hat die Einwohner der südlichen Stadtteile von Breslau lange Zeit mit Wasser versorgt. Das Objekt ist 63 m hoch und war von Anfang an mit einem elektrischen Lift ausgestattet. Mittels dieses Lifts konnte man seit Juni 1906 zu der auf einer Höhe von 42 m gelegenen Aussichtsplattform (die Eintrittskarte kostete damals 10 Pfennig) gelangen, von wo aus man die Aussicht über die Stadt und die Gegend genießen konnte. Zwei Jahre später wurde damit begonnen, die Einwohner mit einer auf der Spitze wehenden roten Flagge über eine besonders gute Aussicht über die Sudeten für den Folgetag zu informieren.

Zwei Bildhauer, Taschner und Bednorz, haben den unteren Gebäudeteil mit Flachreliefs aus Sandstein verziert, die fantastische, dem mittelalterlichen Bestiarius ähnliche Wesen darstellen. Von dem in der nordöstlichen Fassadenansicht befindlichen Springbrunnen, der einst eine den Wassermolch besteigende Nymphe darstellte, floss das Kristallwasser aus einer Quelle, die sich im Untergrund befand.

Die aus Ziegeln erbaute riesige Konstruktion wurde mittelalterlichen großen Burgen nachgebildet. Sie wurde auf einer soliden Grundlage aufgestellt, in der sich Dienstwohnungen für die die Wasserleitungsanlagen bedienenden Arbeiter befanden. Trotz der schweren Kämpfe, die in der Nähe des Wasserturms während des Zweiten Weltkriegs ausgetragen wurden, blieb die Turmkonstruktion unberührt.

Im Jahre 1945 zur Zeit der Belagerung der Festung Breslau diente der Turm als Feuerleitstelle und zur Feuer-Beobachtung. Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die neunziger Jahre war der Turm für Touristen nicht zugänglich, während der Hochbehälter noch bis zur Mitte der achtziger Jahre zur Trinkwasserversorgung der Stadt genutzt wurde.

Schließlich wurde der Turm von Helmut Stephan im Jahre 1996 gekauft und für ca. 2,5 Millionen Euro komplett restauriert. Er beherbergt seitdem das Restaurant Wieża Ciśnień, ein Konferenzzentrum sowie die Beobachtungsplattform. Der Wasserturm weist einen eklektischen Stil mit Elementen der Architektur vom Typ Sezession in Ornamenten und Skulpturen auf und vermischt wilhelminisch neugotische Formen mit einem neuromanischen Stil.

 
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